Psychische Belastungen im Homeoffice

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Arbeiten im Homeoffice

Im Homeoffice arbeiten ist super! Oder etwa nicht?

Was sind psychische Belastungen im Homeoffice?

Psychischen Belastungen im Homeoffice sind alle negativen Einflüsse, die während der Arbeitszeit und am Arbeitsplatz auf den Arbeitnehmer einwirken und bei dauerhafter Überschreitung zu betriebsbedingten Erkrankungen führen können.

Gründe für Homeoffice

Bedingt durch Corona, auf Wunsch von Arbeitnehmern, Arbeitgebern oder des Gesetzgebers arbeiten immer mehr Menschen auch dauerhaft im Homeoffice. Die Gründe dafür sind vielfältig. Lange Wege zur Arbeit, Gefahr von Ansteckung durch Krankheiten, Mangel an zur Verfügung stehenden Arbeitsplätzen z.B. durch Abstandsregelungen und vieles mehr.

Dabei werden neben der Ausstattung des häuslichen Arbeitsplatzes gerade den psychischen Belastungen zu wenig Beachtung geschenkt. Hier sind die häufigsten psychischen Belastungen aufgeführt und wie diese vermindert werden können.

1. Organisation der Tagesplanung

UhrDas Aufstehen am Morgen, die Körperpflege, anziehen, frühstücken, sich für die Arbeit fertig machen, alles ganz normal, wenn man zur Arbeit fährt. Im Unternehmen angekommen, stempelt man sich ein oder hat Vertrauensarbeitzeit, es gibt festgelegte Pausenzeiten, getaktete Meetings, fixe Termine.

Wie ist es aber, wenn man zuhause arbeitet? Hier bestimmt man seine Zeiteinteilung häufig selbst.

Welche Herausforderungen gibt es?

Rechnen Sie mit Ablenkungen durch den Partner, die Partnerin, Ihre Kinder oder Mitbewohner. Legen Sie Regeln fest, ob, wann und auf welche Weise Sie unterbrochen werden dürfen.

Schnell den Geschirrspüler, die Waschmaschine oder den Trockner anmachen, eine Runde mit dem Hund Gassi gehen oder die Kids bespaßen. Dies können Ablenkungen sein, die Sie von Ihrer beruflichen Tätigkeit abhalten und für Frust und ein schlechtes Gewissen sorgen können.

Was können Sie tun?

Halten Sie an bekannten Gewohnheiten fest. Planen Sie Ihren Tag, als würden Sie zur Arbeit fahren. Halten Sie sich an die Pausenzeiten, so wie Sie es in Ihrem Unternehmen tun würden.

TIPP 1: Erstellen Sie sich eine Liste mit Regeln an die sich halten.

TIPP 2: Erstellen Sie ein „Bitte nicht stören“ Schild als Erinnerung für Ihre Angehörigen.

TIPP 3: Stellen Sie einen Wecker, Erinnerungen, Outlookeinträge, die Sie an Arbeitsbeginn, Pausenzeiten und Arbeitsende erinnern.

 

2. Soziale Kontakte

soziale KontakteDer Plausch mit Kollegen in der Teeküche oder an der Kaffemaschine, die zufällig entstehenden Gespräche auf dem Weg zur Toillette, der Kantine oder dem Pausenraum. Das alles fällt weg.

 

Welche Herausforderungen gibt es?

Es können Frustration, Vereinsamung, das Wir-Gefühl und die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit mehr oder weniger stark abnehmen.

Was können Sie tun?

Schaffen Sie Möglichkeiten für den Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten nicht nur abteilungsintern. Verwenden Sie Videokonferenzsysteme anstatt Telefonanrufe.

TIPP 4: Planen Sie fixe Videokonferenztermine.

TIPP 5: Schaffen Sie einen immer „offenen Videokonferenzraum“ für Offtopic-Themen und planen Sie Zeit für dessen Besuch ein

3. Arbeitsplatz

HomeofficeIm Unternehmen haben Sie optimalerweise einen ergonomischen Arbeitsplatz, der auf Ihre Bedürfnisse angepasst ist und mit der notwendigen IT-Infrastruktur ausgestattet ist. Eine Möglichkeit zu Beurteilung bietet die VBG über diese Checkliste.

 

Welche Herausforderungen gibt es?

Schaffen Sie einen Bereich in Ihrem Zuhause, der für ein dauerhaftes Arbeiten geeignet ist und in dem Sie sich wohlfühlen. Die optimale Anordnung des (Schreib)tisches im Raum, die Einstellung des Bürostuhls und die Bildschirmhöhe sind hier ebendso wichtig.

Was können Sie tun?

Richten Sie Ihren Arbeitsplatz grob nach Ihren Wünschen und Vorstellungen ein. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber. Er hat die Pflicht, Sie bei der Einrichtung zu unterstützen und muss für die Kosten auch aufkommen. Sprechen Sie weiterhin mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit. Diese kann Sie bei Einrichtung und Feinplanung unterstützen.

TIPP 6: Fotografieren Sie Ihren Arbeitsplatz und lassen ihn von Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit beurteilen.

4. Bewegung

BewegungDer Weg zum Auto, die tägliche Fahrt mit dem Fahrrad, der Fussweg zum Unternehmen fallen weg. Da Sie Ihr Zuhause nicht verlassen, verbrennen Sie deutlich weniger Kalorien. Das Gleichgewicht von Sitzen und körperlicher Bewegung verschiebt sich.

Welche Herausforderungen gibt es?

Ihr Kalorienbedarf verringert sich, weil der Weg zur Arbeit und weitere damit verbundene Aktivitäten wegfallen. Bewegungsmangel und eine mögliche Gewichtszunahme sind Gründe für psychische Belastungen.

Was können Sie tun?

Treiben Sie aktiv Sport. Neben Ausdauersport sind Übungen für den unteren Rücken sehr wichtig. Eine Kombination verschiedener Sportarten ist sinnvoll. Gönnen Sie den beanspruchten Muskelgruppen mindestens einen Tag Pause.

TIPP 7:  Erstellen Sie einen Trainingswochenplan und berücksichtigen die verschiedenen Muskelgruppen.

5. Lärm

LärmDie Belastung durch Lärm sorgt für Störungen der Konzentrationsfähigkeit, Unruhe und Stress. Sie hat eine direkte Auswirkung auf Ihr Wohlbefinden und die Qualität Ihrer Arbeit. Im Unternehmen ist die Lärmbelastung auf das notwendige Minimum beschränkt. Ein Lärmpegel von 55 dB(A) sollte nicht überschritten werden.

Welche Herausforderungen gibt es?

Zuhause ist die Störung durch Lärm nicht ausgeschlossen. Beispiele sind laute Musik, Emissionen durch elektrische Geräte, wie Staubsauger oder Mixer, Baulärm oder andere störende Geräusche. Häufig werde diese durch Angehörige im eigenen Haushalt, Nachbarn oder Anwohner verursacht.

Was können Sie tun?

Wählen Sie wenn möglich einen Ort, an den möglichst wenig Lärm egal in welcher Form dringt.

TIPP 8:  Vereinbaren Sie mit den Angehörigen Ihres Haushaltes Zeiten für lärmintensive Tätigkeiten.

TIPP 9: Verwenden Sie Textilien, wie Teppiche und Vorhänge, sowie weitere schallschluckende Elemente um den Geräuschpegel zu senken.

6. Licht und Wärme

lichtLicht und Wärme tragen zum Wohlbefinden bei und sind  wesentlich für eine geringe psychische Belastung im Homeoffice. Dabei soll genügend Tageslicht vorhanden sein, parallel aber Blendung und Spiegelung vermieden werden.

Welche Herausforderungen gibt es?

Räume mit zu geringem Tageslichteinfall oder Temperaturen unter 21 Grad Celsius sind als Büro-Arbeitsplatz nicht geeignet.

Was können Sie tun?

Achten Sie darauf, dass Ihr Schreibtisch in Fensternähe steht und damit ausreichend Tageslicht hat. Ergänzen Sie bei Bedarf die natürliche Beleuchtung um weitere Lichtquellen. Wählen Sie Leuchtwählen mit den Lichtfarben zwischen Tageslichtweiss und Warmweiss.

7. Kommunikation mit dem Arbeitgeber und Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit

TIPP 10: Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber und Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit in regelmäßigen Abständen über mögliche Veränderungen im Homeoffice, die die Arbeitsbedingungen verändern.

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